Energie
Energie | Haffhus |

Unser Energiekonzept

Netzunabhängige Stromversorgung

Für die meisten unserer Gäste ist es vermutlich unsichtbar – technisch und nachhaltig Interessierten hingegen fällt es auf – nicht nur das Dach des Technikhauses, auch die Bowlingbahnanlage, der große Carport und einige weitere Objekte sind mit Photovoltaiktechnik ausgestattet, neben dem Technikhaus scheinen Holzhackschnitzel auch etwas mit Energieversorgung zu tun zu zu haben. Hier, im Haffhus, hat die sogenannte Energiewende bereits stattgefunden. Denn wir haben geschafft, woran die meisten anderen Unternhemen nicht nur unserer Branche nicht einmal zu denken wagen:

  • 100: %
    • stromautark
  • 100: %
    • regenerative Energie
  • 100: %
    • klimaneutral

Wir versorgen uns in Eigenregie und ohne öffentliches Netz mit Energie – also mit Wärme, Kälte und natürlich Strom. Und da uns bewusst ist, wie sehr wir von den natürlichen Ressourcen profitieren, möchten wir natürlich auch etwas zurückgeben, aus diesem Grund kommt die Energie nicht aus fossilen Brennstoffen, sondern ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen.

  • 0
    • heutige CO2-Vermeidung in kg

Mit den Vorbereitungen für eine Erweiterung der Hotelanlage im Jahr 2016 mussten wir uns besonders aus dem Grund der enormen Erweiterung des Spa-Bereichs mit dem Thema Energie auseinandersetzen. Das Ergebnis, die vollständig autarke Versorgung aus regenerativen Energieträgern, wurde dann bereits im Jahr 2018 umgesetzt

Regenerative Energie

Rund fünf Millionen Euro investierten die Inhaber Ricardo Joerges und Nicole Winkler in die Erweiterung und qualitative Verbesserung der Anlage, ungefähr eine Million davon ausschließlich in Energietechnik. Darunter eine Solaranlage mit 118 Kilowatt Leistung auf insgesamt fünf Dachflächen. Neu hinzu kamen außerdem BHKW´s‚ Hackschnitzelheizung, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wärme- und Kältespeicher, Frischwasserstationen und natürlich Hardware für die entsprechende Automatisierung und das Monitoring des gesamten Energiebedarfs.

  • 40:
    • kW BHKW-Gesamtleistung
  • 118:
    • kWp PV-Gesamtleistung
  • ?
    • kW Wind bald …

Für die Wärmeleistung im Sommer sorgt vor allem die Wärmepumpe, im Winter dann hauptsächlich die BHKW´s und die Hackschnitzelheizung bei weiterem Bedarf. Auf der Stromseite sorgt im Sommer hauptsächlich die Photovoltaik für die notwendige Energie, je nach Wettersituation dann bei zusätzlichen Bedarf entweder die Gas-BHKW´s oder bei längeren trüben Tagen das Hackschnitzel-BHKW. Stromüberschüsse nimmt hauptsächlich die Wärmepumpe auf, aber auch unsere Elektrofahrzeuge und die Heizstäbe in den verschieden Pufferspeichern ergänzen die Sektorkopplung. Wärmeüberschüsse werden ausschließlich an den Außenpool abgegeben. Das passiert allerdings eher selten, und nur dann, wenn es draußen warm ist und die Sonne sich ein paar Tage nicht blicken ließ.

Der Batteriespeicher

500 kwh Batteriespeicher fast zum Anfassen
500 kwh Batteriespeicher fast zum Anfassen

Mehr Leistung geht immer

Der Batteriespeicher ist das Herzstück unseres Energiekonzeptes. Er kommt vom Berliner Hersteller Autarsys und stellt das 50-Hertz-Netz für unsere Hotelanlage. Er arbeitet mit Lithium-Ionen-Akkus von Samsung und Industriewechselrichtern der Maschinenfabrik Rheinhausen. Zwei Wechselrichter mit jeweils 100 kw Leistung und ein weiteres redundantes Wechselrichterpaar sorgen für doppelt soviel Leistung im Vergleich zum Netzanschluss und eine extrem hohe Zuverlässigkeit. In Ueckermünde gab es im Jahr 2019 fast 10 Stunden Stromausfall, bei uns hingegen waren es 9 min, diese wiederum waren Softwareupdatebedingt und somit gewollt verursachte Neustarts unseres Batteriespeichers. Die Speichermöglichkeit von 500 kwh Strom ist in etwa die Menge, die wir für einen Tag benötigen. Geplant ist der Ausbau der Batteriespeicherkapazität auf 1 MW. Die Erhöhung der Leistung ist jetzt, wo wir unabhängig vom Energieversorger sind, für uns kein Problem mehr – einfach einen weiteren Wechselrichter einbauen und schon stehen 100 kw zusätzlich zur Verfügung.

  • 500:
    • kWh Speicherkapazität
  • 200:
    • kW Leistung
  • Li-Ion
    • NCM-Akku

Unsere BHKWs

Alexander Peemöller (Glock Ökoenergie) erklärt die Funktionsweise des Holzktrafvergasers
Alexander Peemöller (Glock Ökoenergie) erklärt die Funktionsweise des Holzktrafvergasers

Holzkraftvergaser von GLOCK

Mit unserem Holzkraftvergaser produzieren wir nicht nur Wärme sondern auch Strom für unsere Anlage. Die gelieferten regionalen Holzhackschnitzel mit einer Restfeuchte von ca. 25% werde automatisch beim Befüllen der Anlage nachgetrocknet. In der Anlage erfolgt die Umwandlung der Hackschnitzel zu Holzgas. Dazu wird das Holzgas aus dem Holzgasreaktor über Filterkerzen gereinigt. Die gesamte Asche aus dem Prozess wird ausgeschleust, das heiße Holzgas gekühlt und die aus der Kühlung gewonnene Wärme wird dem Heizungsprozess zugeführt. Das gekühlte und gereinigte Holzgas wird einem Verbrennungsmotor zugeführt, welcher einen Generator antreibt. Der aus dem Generator generierte Strom, ca. 20 kw/h, wird dann entweder direkt in unserem Haus verbraucht oder unserem Batteriespeicher zugeführt. Die Wärme aus der Verbrennungskraftmaschine wird dem Heizungprozess zugeführt.

  • 18:
    • kW Elektrische Nennleistung
  • 44:
    • kW Thermische Nennleistung
  • 19:
    • kg/h Hackschnitzel-Verbrauch

4 redundante Senertec Dachse

Unsere Dachse (Gas-BHKWs) sind ausschließlich als redundante Emergieerzeuger gedacht. Mit einer Leistung von jeweils 5.5 kw elektrisch und 14 kw thermisch können diese bei technischen Wartungsarbeiten oder auch Störungen am Glock Holzkraftvergaser deren Leistung problemlos ersetzen. Besonders für kurzfristige Energiebedarfe sind diese auf Grund der problemlosen, schnellen Startprozedur besonders geeignet. Nach nicht einmal 2 Minuten liegt bereits die volle Leistung an. Auch wenn im Sommer die Sonne mal nicht ganz den erwünschten Ertrag bringt ist das Zuschalten der Dachse sinnvoll. Über ein gesamtes Jahr hin betrachtet produzieren die Dachse lediglich ca. 10% des Jahresbedarf unserer Hotelanlage. Genau so ist Energiewende auch gedacht.

  • 5.5:
    • kW Elektrische Nennleistung
  • 14.8:
    • kW Thermische Nennleistung
  • 93.4: %
    • Wirkungsgrad

Photovoltaik

Energie | Haffhus |
Unsere PV-Anlage

PV im Haffhus

Unsere Photovoltaikanlagen haben insgesamt eine Leistung von 118 kwp. Damit haben wir noch nicht ganz die notwendig kalkulierte Leistung von 150 kwp ohne Windkraft erreicht. Bis dahin müssen der Glock Holzkraftvergaser oder auch mal die Dachse die Energielücke schließen. Gegen einen Ausbau auf 150 kwp Photovoltaik spricht derzeit nur eine zusätzliche Energieerzeugung durch Windkraft. Allerdings sind unsere bevorzugten Standorte auf unserer Hotelanlage aktuell nicht genehmigungsfähig.

  • 118:
    • kWp Anlagenleistung
  • 100: 000
    • kWh Jahresproduktion
  • 70: t
    • jährliche CO₂-Vermeidung

Power to Heat

Energie | Haffhus |

Wärmepumpe

Sektorenkopplung ist das eigentliche Zauberwort der Energiewende und dazu gehört natürlich eine Wärmepumpe als effektivste Variante aus Strom Wärme zu erzeugen. Bei einer elektrisch Leistung von 40 kw können wir thermisch eine Leistung von bis zu 150 kw abrufen. Je nach Menge des überschüssigen Stroms kann die Wärmepumpe wahlweise auch mit 50% Leistung laufen.

  • 36.6:
    • kW Leistungsaufnahme
  • 135.3:
    • kW Wärmeleistung
  • 3.7:
    • COP bei 25°C

Heizstäbe

In unseren insgesamt 7 Pufferspeichern (28.000 l im Technikhaus sowie 6 x 800 l in den Appartementhäusern und im Haupthaus) haben wir Heizstäbe mit einer Gesamtleistung von 66 kw verbaut. Die Heizstäbe sind zum einen ein „Notausgang“ für die Überschussenergie der Photovoltaikanlage im Sommer, sollten alle anderen Verbraucher wie Wärmepumpe und Elektrofahrzeuge nicht ausreichen, und zum anderen auch eine redundante Möglichkeit der Wärmeerzeugung. Sinn dieser Steuerung ist es alles zu tun, um die Leistungsbegrenzung der Wechselrichter der Photovoltaikanlagen in jedem Fall zu umgehen. Diese würde aktiv werden sollte der Batteriespeicher eine Ladekapazität von 97% erreichen.

Wärme- und Kältespeicher

Haffhus Pool

Auch der Pool dient als Speicher

Wenn man sich wie wir getrennt vom Netzbetreiber mit Strom versorgt und eine sogenannte Insellösung nutzt, ist Strom die wichtigste Energie, die im Notfall auch mit Hilfe von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen wie unseren BHKW´s produziert werden muss. Bei Nutzung dieser Stromerzeuger enstehen am Ende immer ca. 2/3 Wärmenergie. Da kann es natürlich zu Situationen kommen, bei denen Wärme produziert wird, die nicht genutzt werden kann. Aus diesem Grund benötigen wir große Wärmespeicher, die dann diese überschüssige Wärme aufnehmen können. Dazu gehören nicht nur unser großer 28.000 l Pufferspeicher im Technikhaus, sondern auch der 7 x 18 m große Salzwasserpool. Nur die Erhöhung von 1° C Wassertemperatur ermöglicht die Aufnahme von fast 5.000 kwh Wärmeenergie.

Frischwasser-Station

Energie | Haffhus |

Hygienische Warmwasseraufbereitung

Der große Vorteil einer Frischwasserstation gegenüber herkömmlichen Anlagen, die das Trinkwasser im Wärmespeicher lagern: Die Frischwasserstation arbeitet hygienischer. Stichwort: Legionellen. Denn das Trinkwasser kommt nicht mit dem Speichermedium in Kontakt und bleibt gegebenenfalls auch nicht lange im Speiche (kurze Verweilzeit). Da die Frischwasserstation die Wärme bereitstellt, wenn sie benötigt wird, werden auch die Wärmeverluste minimiert, die mit einer Speicherung des warmen Wassers einhergehen. Frischwasserstationen haben die vergleichsweise geringste Trinkwasserbevorratung und können bei der Zapfleistung individuell auf das Objekt ausgelegt werden, wobei man sich am Spitzenvolumenstrom orientieren muss, das ist anders als bei anderen Systemen. Der Grund: Die Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser im Durchfluss.

Alles im Griff

Stephan Janbeck erklärt alles zum Thema Monitoring und Automatisierung
Stephan Janbeck erklärt alles zum Thema Monitoring und Automatisierung

Automatisierung

Um mit den verschiedensten Energien von Strom über Wärme bis hin zur Kälte auch effizient umgehen zu können, ist es notwendig Prozesse und Abläufe nicht nur zu automatisieren sondern auch ständig zu optimieren. Messen und regeln ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Wir haben uns für das System der Technischen Alternative entschieden. Die einfache Integration von Schnittstellen wie Modbus und KNX ermöglichen es uns Daten aus unserem Hotelprogramm wie beispielsweise die aktuelle Auslastung oder die Temperaturen der Hotelzimmer von den elektronischen Thermostaten unseren Technologiepartners Betterspace, dem Energiemanagement zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe dieser Daten können wir die Energieproduktion aller Sektoren vorausschauend planen und effektiv gestalten.

Alles im Blick

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Monitoring

Es gibt vermutlich kein Hotel weltweit, wo vom Haustechniker über die Hausdame bis zum Management oder sogar die Gäste besser über den Status Quo der „Energie“ des Hauses informiert sind. Jeder bekommt die Informationen, die er benötigt. Die Haustechniker müssen natürlich über den aktuellen Status des Batteriespeichers, Daten von Stromproduktion und -verbrauch informiert sein. Das Housekeeping-Team kann sich davon überzeugen ob waschen und mangeln energietechnisch sinnvoll ist, das Management hat den Tages-Energiebedarf im Blick und mithilfe der Daten aus dem Hotelprogramm können Energieverbräuche je Zimmer ermittelt und ins Verhältnis gesetzt werden. Mit diesen Werten sind wir im Übrigen davon überzeugt, eine neue Benchmark in unserer Branche und damit ein klimapositives Zeichen setzen zu können.

Hinweis

Die Qualitätsoffensive im Haffhus von 2017 bis 2019 unter anderem im Bereich SPA sowie die Umsetzung des Energiekonzepts wurden kofinanziert von der Europäischen Union aus dem Europäische Fond für regionale Entwicklung. Mehr Informationen erhalten Sie hier.